Gemeinsam an die Spitze – Meisterstück gegen Flieden

Im Spitzenspiel der Liga empfingen die Damen aus Dreieich am vergangenen Sonntag den Tabellenzweiten TV Flieden. Schon vor Anpfiff war die Bedeutung der Partie klar: Ein Sieg bedeutete nicht nur zwei Punkte, sondern auch den vorzeitigen Titelgewinn und den damit verbundenen Aufstieg in die Oberliga Süd – zwei Spieltage vor Saisonende. Trotz des Erfolgs im Hinspiel (24:20) war man sich auf Dreieicher Seite bewusst, dass es ein hart umkämpftes Duell werden würde. Die intensive Vorbereitung und die gezielte Auseinandersetzung mit dem Gegner sollten sich im Spielverlauf bezahlt machen, wenngleich es lange offen blieb.

Beide Teams starteten mit hoher Intensität in die Partie. Schon in den ersten Minuten wechselte die Führung mehrmals, was die Ausgeglichenheit der Begegnung eindrucksvoll unterstrich. Die Gäste aus Flieden setzten wie erwartet auf ihre körperlich robuste Spielweise, die sie geschickt mit ihrem Angriffsspiel kombinierten. Sie überzeugten vor allem durch das Zusammenspiel mit dem Kreis sowie durch konsequentes Stoßen in die Lücken der Abwehr. Die Dreieicherinnen hingegen versuchten, über schnelles Umschalten und geduldigen Positionsangriff Lücken in der gegnerischen Defensive zu finden. Zwar wurden diese Räume immer wieder erspielt, doch fehlte es phasenweise an der nötigen Konsequenz im Abschluss und der Ruhe, um die Angriffe konzentriert zu Ende zu spielen.
Nach zehn Minuten gelang es den Gastgeberinnen erstmals, sich mit drei Treffern abzusetzen (9:6), doch Flieden antwortete prompt und ließ sich nicht abschütteln. In einer intensiven Phase mit vielen Zeitstrafen und Unterbrechungen blieb das Spiel hart umkämpft. Beide Mannschaften agierten mit vollem Einsatz in den Zweikämpfen, was auch in der Anzahl an Verwarnungen und Hinausstellungen sichtbar wurde.

Zur Halbzeit zeigte die Anzeigetafel ein 17:17 – ein Zwischenstand, der auf den ersten Blick die Ausgeglichenheit der Partie widerspiegelte. Doch betrachtet man den Spielverlauf genauer, war es vor allem die eigene Nachlässigkeit, die den Gästen aus Flieden ermöglichte, wieder ins Spiel zu finden. Trotz temporeichem Spiel, sehenswerter Einzelaktionen und großem Einsatz auf beiden Seiten, hatte sich die Heimmannschaft durch unnötige Fehler und unkonzentrierte Abschlüsse selbst um eine mögliche Führung gebracht. Für die Zuschauer entwickelte sich dadurch ein spannendes Duell auf Augenhöhe, das vor allem durch seine emotionale und kämpferische Intensität lebte.

Die zweite Hälfte begann ähnlich umkämpft wie der erste Durchgang. Doch Mitte der zweiten Halbzeit schien Dreieich das Spiel endlich in den Griff zu bekommen: Mit einem energischen Zwischenspurt und einer verbesserten Chancenverwertung setzte sich das Team erstmals auf sechs Tore ab (27:21). Die Halle war da, der Aufstieg greifbar nah – doch dann folgte eine Phase, die das Spiel nochmals völlig offen gestaltete. Durch unüberlegte Aktionen im Angriff und individuelle Fehler ließ man die Gäste aus Flieden wieder ins Spiel kommen. Innerhalb weniger Minuten verkürzten die Gäste Tor um Tor, bis es zehn Minuten vor Schluss wieder unentschieden stand (27:27).
Doch anstatt nervös zu werden, bündelten die Dreieicherinnen ihre Kräfte für einen letzten, entscheidenden Schlussspurt. Die Abwehr fand wieder Zugriff, zwang Flieden zu schwierigen Würfen, während vorne die richtigen Entscheidungen getroffen und Treffer erzielt wurden. In den letzten fünf Spielminuten legte Dreieich einen 6:1-Lauf hin und machte mit dem 34:30 endgültig den Deckel drauf.
Mit dem Schlusspfiff brach auf der Bank und in der Halle der Jubel aus – nicht nur über den hart erkämpften Sieg gegen einen starken Gegner, sondern vor allem über die vorzeitig gesicherte Meisterschaft und den Aufstieg in die Oberliga Süd.
Zwei Spieltage vor Saisonende steht Dreieich damit uneinholbar an der Tabellenspitze.

Besonders an diesem Tag wurde jedoch deutlich, dass nicht nur individuelle Qualität, sondern vor allem die geschlossene Mannschaftsleistung den entscheidenden Unterschied ausmacht. Jede Spielerin – unabhängig von Einsatzzeit, Position oder Rolle – hatte durch ihre Entwicklung und ihren Beitrag in den vergangenen Monaten einen essenziellen Anteil daran, dass man überhaupt in der Lage war, sich mit einem Sieg in diesem Spiel vorzeitig die Meisterschaft zu sichern. Dieser Erfolg ist nicht das Ergebnis einer einzigen guten Partie, sondern das Resultat harter Arbeit, Zusammenhalt und konstantem Einsatz über die gesamte Saison hinweg.

Das Team kann sich nun über drei wohlverdiente spielfreie Wochen freuen. Zeit für Erholung, Osterfreude – und den Stolz, sich bereits jetzt als Meister feiern zu dürfen. Doch auch wenn der große Erfolg nun in trockenen Tüchern ist, ist die Saison noch nicht ganz vorbei: Zum Abschluss stehen noch zwei Begegnungen aus, zunächst auswärts bei der HSG Oberhessen und schließlich das letzte Heimspiel gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden. Dort will man nicht nur die makellose Heimbilanz verteidigen, sondern auch mit zwei weiteren Siegen einen gebührenden Abschluss unter eine starke Saison setzen.

Für die HSG Dreieich spielten:
TOR: Holzmann und Seyffert
FELD: Akdogan, Bittner (4), Eichler (3), Fell (2), Klumpp (3), Konhäuser (10), Kühn, Lenhardt (2), Marschall (n.e.), Towoua (1), Weil (8/7) und Wolff (1).

Das nächste Spiel findet am 26.04.2025 um 16:30 Uhr in der Wilhelm-Lückert-Halle Büdingen statt. Gegner sind die Damen der HSG Oberhessen.