Die Herren der HSG Dreieich erwischten gegen die HSG Maintal einen Start, der eher an eine gemütliche Aufwachphase erinnerte als an ein wichtiges Handballspiel. Freie Würfe wurden großzügig verstreut und die Abwehr suchte zunächst verzweifelt nach dem passenden Knopf, um endlich auf Stabilität zu schalten. Doch trotzdem blieb Dreieich immer knapp vorne, da auch Maintal mit eigenen Fehlern mithalf. Körperlich ging’s von Beginn an ordentlich zur Sache.
Phasenweise hätte man meinen können, die Spieler hätten im Vorfeld aus Versehen „Ringen statt Handball“ angekreuzt.
Trotzdem behielt Dreieich die Oberhand und ging mit einem wichtigen Drei-Tore-Vorsprung in die Halbzeit, wissend: Da ist Luft nach oben
Der Start in die zweite Hälfte gelang deutlich wacher. Die Abwehr packte besser zu, im Angriff lief der Ball flüssiger und der Vorsprung wuchs auf vier Tore an. Doch dieser schöne Puffer hielt nicht lange. Eine Phase technischer Fehler, vergebener Chancen und etwas Chaos führte dazu, dass Maintal zurück ins Spiel fand, Tor um Tor herankam und fünf Minuten vor Schluss tatsächlich mit zwei Treffern in Führung lag. Für Dreieich ging es in diesem Moment nicht nur um ein Spiel, es ging um einen wichtigen Sieg, um Tabellenpunkte und um die Frage, ob man mental stark genug war, dieses Ding doch noch zu drehen. Und die Antwort lautete: Ja, mit sehr viel Nervenstärke und einer Prise Wahnsinn.
Trotz weiterer Fehler blieb die Mannschaft in den entscheidenden Momenten bemerkenswert ruhig. Sie kämpfte sich zurück und kurz vor Schluss stand es 35:35. Dreieich hatte noch einen Angriff. 17 Sekunden vor Ende lief der Ball von rechts nach links. Linksaußen bekam den Ball, stieg hoch, nahm den Heber und während die Schlusssirene ertönte, senkte sich der Ball in Zeitlupe ins Tornetz. Ein Moment der Stille, dann pure Ekstase. Das Tor zum 36:35 war nicht nur der Siegtreffer, sondern ein emotionaler Befreiungsschlag, der zeigte: Diese Mannschaft kann in den entscheidenden Momenten liefern.
Am Ende stand ein extrem wichtiger Sieg für die HSG Dreieich, ein Sieg, der Nerven gekostet, aber noch mehr Freude gebracht hat. Nicht immer schön, aber dafür mit maximalem Herz, vollem Einsatz und einem Heber, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Es spielten:
Im Tor: Seng, Sören; Greiner, Jan
Im Feld: ; Röhrich, Nick (6); Allen, Robin; Vorlob, Jannik; Nowak, Michael; Lenhardt, Rene (10); Lenhardt, Sascha (3); Cosar, Emre (1); Batinic, Igor (1); Häfner, Tim (2); Meier, Jonathan (6), Ehmer, Björn (7)
Betreuer: Friedrichs, Carsten; Julian; Marijanovic; Neeb, Noah