Trotz bereits feststehender Meisterschaft wollten die Kichererbsen auch ihr letztes Saisonziel erreichen – jede Halbzeit und somit jedes Spiel zu gewinnen.
Allerdings gab es im Laufe der Woche vor dem Spiel einige Hiobsbotschaften zu verdauen. Zum einen verletzte sich Ariane am Sprunggelenk und fällt bis zu den Osterferien aus, zum anderen hatte sich Kiana für die nächste Runde „Jugend präsentiert“ qualifiziert und war ebenfalls nicht verfügbar. Das Gute in Kiana’s Fall: Kiana hat gewonnen und wird nun im September in Berlin im Finale antreten. HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, Kiki!
Aber die Kichererbsen wären nicht die Kichererbsen, wenn sie sich von solchen Herausforderungen entmutigen ließen. Getreu dem Motto: „Alle für einen, einer für alle“ suchte das Trainerteam bereits beim Dienstagstraining vier Musketiere, die gemeinsam versuchen sollten – jeweils für 10 Minuten – Kiana im Tor zu vertreten. Es waren nicht D’Artagnan, Athos, Porthos und Aramis sondern Dunya, Elisa, Leyla und Meryem die das Abenteuer auf sich nahmen und sehr erfolgreich bewältigten.
Aufgrund der geschilderten Herausforderung und der Erfahrung im Hinspiel, als unsere Rückraumspielerin bereits an der Mittellinie „in Empfang genommen wurden“, gab es drei Vorgaben ans Team: (i) konsequente Abwehrarbeit um die gegnerischen Abschlüsse noch mehr als sonst zu erschweren und somit die Musketiere im Tor zu entlasten, (ii) in der Offensive, so wie im Abschlusstraining am Mittwoch intensiv geübt, viel zu kreuzen und (iii) Anspiele an den Kreis, da dort Lücken erwartet wurden. Diese Vorgaben setzten die Dreieicherinnen hervorragend um. Bis zur ersten Auszeit in der 9. Minute und damit dem ersten Torwartwechsel führten die Kichererbsen mit 6:1 u.a. durch zwei Tore über unsere Kreisläuferin Meryem. In der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit ließ die Konzentration auf Dreieicher Seite etwas nach, was zu ungenauen Pässen und vergebenen Abschlüssen führte. Gleichzeitig nahm die Präzision bei den Torwürfen auf Oberhessener Seite zu, so dass sich das Spiel ausgeglichener gestaltete. Dennoch gingen die Kichererbsen mit einer beruhigenden 14:7 Führung in die Halbzeit.
In der Pause gab es bis auf den Hinweis auf die vorgenannten Konzentrationsschwächen nicht wirklich etwas zu kritisieren. Im Gegenteil, die zahlreichen, erfolgreichen Kreuzungen, speziell zwischen Louisa und Tia, machten den Klassenunterschied der beiden Teams sehr deutlich.
Und so ging es mit dem nächsten Torwartwechsel in die zweite Halbzeit, in der die Dreieicherinnen ihre Führung bis zur letzten Auszeit in der 29. Minute – und dem letzten regulären Torwartwechsel – auf 22:11 ausbauen konnten. Dann kam es zur nächsten Premiere: Mila feierte ihren Einstand als Kichererbse. Im Vorfeld noch äußerst nervös und zurückhaltend, zeigte die E-Jugendliche, die erst im Herbst zum Team stieß, auf der Platte eine sehr gute Leistung. Ihr Abwehrverhalten ließ keine Wünsche offen und auch ihre Pässe kamen bei den Mitspielerinnen an. Wir freuen uns auf weitere Einsätze in der neuen Saison. Auch in den letzten Minuten der Saison blieben die Kichererbsen fokussiert und siegten am Ende deutlich mit 31:16. Und wie bereits gute Sitte, darf Tia als Torschützin des 30. Tores (zum insgesamt 4. Mal) beim nächsten Training wieder einmal eine Kleinigkeit ausgeben.
Nach den Shakehands mit den Gegnerinnen aus Oberhessen und der Entgegennahme der Ovationen durch die eigenen Fans gab es dann mit den speziell designten Meiserschafts-Shirts eine erste Überraschung. Das die Feierlichkeiten eher zurückhaltend ausfielen, hatte zum einen mit Überraschung 2 zu tun (Auflösung folgt gleich) und damit, dass Tia und Louisa als Teil der männlichen/ gemischten D-Jugend nach Seligenstadt zum ebenfalls letzten Saisonspiel mussten, das um 14 Uhr startete.
Womit wir bei den beiden Co-Kapitäninnen des Teams wären und zum Saisonabschluss ist es an der Zeit, die Leistung der beiden für die HSG zu würdigen. Zum einen stehen da die Fakten: beide führen mit großem Abstand die Torschützinnenliste der weiblichen Bezirksliga an – Louisa mit 96 Toren, Tia mit 80 – die Drittplatzierte vom Vizemeister aus Oberhessen hat 59 Treffer erzielt. Rechnet man die beiden Spiele gegen Buchberg II (das Team wurde außer Konkurrenz gemeldet) dazu, sind es 117 bzw. 91 Tore – und das Rückspiel gegen die Kickers aus Offenbach wurde ja leider gar nicht ausgetragen. Zudem sind beide auch die besten Schützen beim Meisterschaftsteam der Jungs – Tia mit 78 Treffern (Platz 5 in der Jungs-Liga) und Louisa mit 75 (Platz 9).
Insgesamt hat Louisa in dieser Saison in 21 Spielen 171-mal ins gegnerische Netz getroffen, mit den zusätzlichen vier a.K. Spielen sind es sagenhafte 205-mal, Tia traf 158-mal in 22 Spielen, inklusive der ebenfalls vier a.K. Spiele sind es atemberaubende 180 Torerfolge.
Tore sind bekanntlich aber nicht alles – so glänzten sie auch mit unzähligen Vorlagen und vorbildlichem Abwehrverhalten in beiden Teams. Tia und Lou haben auch außerhalb der Platte Maßstäbe gesetzt und führten „ihr Team“ an, ob es die Trainingsbeteiligung ist, bei den Übungen an sich oder bei der Unterstützung z.B. einiger unserer Neulinge. Sie haben jederzeit den Teamgedanken vorgelebt, der speziell am Anfang der Saison notwendig war, als sich die Mannschaft aus bereits gestandenen D-Jugendlichen, Aufrückern aus der E-Jugend und Neueinsteigern erst finden musste. Ihre herausragenden sportlichen Leistungen wurden mit der Nominierung in den 2012er-Kader der Hessenauswahl belohnt. Bleibt menschlich so wie ihr seid und habt weiter viel Spaß und Freude am Handballspiel!!!
Aber zurück zur Auflösung der Überraschung #2 – um 17 Uhr trafen sich die beiden D-Jugend Meisterteams in ihren neuen Meister-Shirts noch immer relativ ahnungslos vor dem Filmtheater Viktoria im Herzen von Sprendlingen aber anhand der Kino-Leuchtreklame war dann klar, wie der Abend weitergehen sollte. Unter dem Motto „So sehen Sieger aus – D-Jugend HSG Dreieich“ wurde das gesamte Kino für die – das kann man bereits mit einem Tag Abstand sagen – legendäre und in die Annalen der HSG eingehende Meisterschaftsfeier gemietet. Nachdem man sich gemeinsam beim neuesten Minion-Film amüsierte, gab es Pizza, Kuchen und Snacks bevor ein unvergesslicher Partyabend begann. Am Ende feierten ca. 100 Gäste – Spieler und Spielerinnen, Geschwister und Eltern, Trainer und Betreuer – ausgelassen, singend und tanzend diese Doppelmeisterschaft.
Großen Dank an dieser Stelle an Rike Obländer als „Vorsitzende“ des Organisationskomitees und die zahlreichen Sponsoren, die dieses einmalige Fest haben Wirklichkeit werden lassen.
Es spielten: Ceyda (5), Dunya, Ela, Elisa, Laura, Leyla, Louisa (11/1), Meryem (3), Mila, Tia (12)
